Beschäftigung

Fantaflip- nicht nur was für die lustigen Tage

Karneval oder Fasching steht vor der Türe - aber Karneval ist nicht für alle das richtige und so mancher Bewohner bleibt auf seinen Zimmer zurück. 

Eine schöne Idee für die Kurzaktivierung - auch als Zimmerbesuch: der Fantaflip. Viele der Bewohner kennen das Getränk noch aus langen Partynächten der 1970er Jahre. Mit einem schön dekorierten Wagen, ein wenig karnevalistischer Musik und den zwei Zutaten Eierlikör und Orangenlimo lässt sich schnell eine nette Abwechselung vom Alltag gestalten. Das Mitbringsel lässt die Bewohner nicht nur in alten Erinnerungen schwelgen, sondern vermittelt Wertschätzung.

Das Rezept: 

6cl Eierlikör

14cl Orangenlimo

eine Scheibe Orange oder Schlagsahne zum Garnieren


Was bringt das neue Jahr? 

Wie schön wäre es wohl, wenn wir ein Blick in die Zukunft wagen könnten? Grade, wenn das Jahr noch frisch ist und man sich fragt, was es wohl bringen wird... Jahreshoroskope finden sich grade zu Jahresbeginn in nahezu jeder Zeitschrift. 

Und auch wenn Astrologie für viele Menschen reiner Quatsch, weiß jeder von uns unter welchem Sternzeichen man geboren ist. 

Auch Senioren interessieren sich für Horoskope - und das nicht nur die Damen. Daher bietet sich für den Jahresbeginn folgende Aktivierung an: 

Erstellen Sie Karten mit den Darstellungen der einzelnen Sternzeichen, sowie Karten mit deren Eigenschaften. Zunächst können Sie das Kartenmaterial sichten lassen, dann vielleicht nach der Reihenfolge im Jahreskreis sortieren lassen. Fragen Sie nach: Welches Sternzeichen sind Sie? Glauben Sie an Horoskope? Haben Sie Ihr Horoskop regelmäßig gelesen?

Im Anschluss können Sie das Jahreshoroskop für den Senior/Die Seniorin vorlesen. Jahreshoroskope finden Sie in den gängigen Zeitschriften oder im Netz.

Viel Spaß beim Ausprobieren und Aktivieren!


10-Minuten-Aktivierung mit Krippenfiguren

Impulse setzten und damit Erinnerungen wecken - das ist eine guter Ansatz, um Menschen mit Demenz zu betreuen. 

Ganz im Sinne der 10- Minuten -Aktivierung nach Schmidt-Hackenberg können Sie alte Krippenfiguren sammeln und in einem Schuhkarton verstauen. Bringen Sie den Karton mit und lassen Sie die Bewohner den Karton begutachten. Vielleicht gibt es auch noch eine kleine Krippe, die Sie mitbringen können. Der ein oder andere wird vielleicht damit beginnen, die Krippenfiguren zu sortieren oder in der Krippe zu drapieren. Bei dem anderen lösen sie Erinnerungen aus - ob es an die Weihnachtsfeste zuhause ist, an die Tiere, welche im Stall gehalten worden sind oder an das eigene Kind, welches geboren wurde. Als Betreuungskraft sind sie der Impulsgeber, der die Erinnerungen weder bewerten noch korrigieren muss.

Noch mehr Ideen für weihnachtliche Aktivierungskisten?

- Ein kleiner künstlicher Tannenbaum und Weihnachtsbaumdekoration (lieber Plastikkugeln benutzen).

- Schneekugeln 

- adventliche Symbole - Sterne, Tannenbäume und Engel

Advent, Advent - Adventscafé vorbereiten 

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, wie Sie die Adventssonntage gestalten können? 

Hier ein Vorschlag:  Setzten Sie die Adventssonntage unter einem bestimmten Motto:

1. Advent: "Die erste Kerze brennt"

  • Gedicht: Advent von Rilke
  • Lied: Wir sagen euch an...
  • Aktion: Erste Kerze am Adventskranz anzünden (Hier LED Kerzen nutzen)

2. Advent: "Leise rieselt der Schnee"

  • Gedicht: Markt und Straßen - Eichendorf
  • Lied: Leise rieselt der Schnee
  • Biographische Fragen zum Thema Schnee an Weihnachten/ in der Adventszeit früher

3. Advent: "So schmeckt der Advent"

  • Gedicht: Die Weihnachtsmaus
  • Lied: In der Weihnachtsbäckerei
  • Aktion: Weihnachtsgebäck kosten
  • Biographische Fragen rund um Backen in der Adventszeit 

4. Advent "Oh Tannenbaum"

  • Gedicht: Das Weihnachtsbäumlein von Christian Morgenstern
  • Lied: Oh Tannenbaum oder Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen
  • Aktion: Gemeinsames Schmücken des Tannenbaumes
  • Aktivierungskiste: Lametta und Christbaumschmuck


Mit einem Gedicht und einer Geschichte, Adventsliedern und einem reichlich bestückten Plätzchenteller lässt sich der Adventssonntag gemeinsam ausklingen. Hierzu erstelle ich noch Faltblätter mit Bildern, Gedichten oder Liedern, so dass auch die Bewohner etwas in der Hand halten und es auch mitnehmen können. Einmal erstellt, können Sie ihr Vorlage jährlich nutzen.

Natürlich kann man auch so direkt Erzählcafes für die Weihnachtstage sowie Silvester und Neujahr vorbereiten. 

Adventszeit für Männer 

Was zur Adventszeit dazugehört sind die toll dekorierten Schaufenster, vielleicht auch eine kleine Eisenbahn in der Schneelandschaft, die zum Verweilen und Beobachten einlädt. 

Haben Sie schon mal überlegt, eine kleine Eisenbahn in der Senioreneinrichtung aufzustellen? Auf einer weißen Schneedecke lassen sich Eisenbahn und einige Beleuchtete Häuser aufstellen.  Ein paar im Schnee spielende Kinder oder Tannenbäume runden die kleine Stadt ab. Sie werden sehen, der ein oder andere Herr wird mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Die Bewegung der Eisenbahn sorgt für einen Blickfang im Alltag. 

Noch ein Tipp: Bauen Sie die Bahn auf einen mobilen Wagen auf, so haben Sie die Möglichkeit auch von Zimmer zu Zimmer zu gehen und immobile Bewohner einen adventlichen Besuch abzustatten. 

Gut vorbereitet in die Adventszeit starten...


Die Advents- und Weihnachtszeit steht an und für viele unserer betreuten Senioren ist diese Zeit oft belastend. Manche benötigen ein einfühlsames Gespräch, andere eine gute Ablenkung. Andere erinnern sich gerne an die Weihnachtzeit und benötigen die Unterstützung, um positive Erinnerungen wachzurufen. Hier einige Ideen für Sie als Betreuungskraft, um in die Vorbereitungen zu treten - denn die Zeit rast:
Knüpfen Sie an Traditionen an: Ob Adventskranz, Adventskalender oder das Tannenbaumschmücken: Traditionen helfen grade unseren demenziell veränderten Bewohnern Orientierung zu stiften. Manchmal tuts auch der klassische Schokoladenadventskalender, aber Menschen mit Demenz benötigen Hilfe, um nicht alles auf einmal zu naschen.
Etwas aufwendiger hingegen ist ein Aktivierungsadventskalender. Im Netz finden Sie demenzgerechte Vorlesegeschichten für 24 Tage bis Weihnachten (siehe auch meine Buchempfehlung unter demenz-dolmetscher.de/Empfehlungen). Eine gute Vorbereitung ist alles: Machen Sie sich eine Liste an welchen Tagen, was geplant ist. Hier hilft es auch noch zusätzlich die Feiertage im Dezember zu berücksichtigen (Barbaratag, Nikolaus, Adventssonntage). Vielleicht können Sie an einem Tag mit einer Schneekugel aktivieren und an einem anderen Tag ein Lebkuchenhaus zusammensetzen?

Wenn´s nicht ganz so aufwendig sein soll, können Sie auch die Adventssonntage unter einem bestimmten Motto setzen: "Die erste Kerze brennt", "Die Weihnachtsmaus" oder "Oh Tannenbaum" sind Mottos, die sich gut für Adventscafés eignen. Mit einem Gedicht und einer Geschichte, Adventsliedern und einem reichlich bestückten Plätzchenteller lässt sich der Adventssonntag gemeinsam ausklingen. 

Kaffeezeit - eine aromatische Aktivierung

Um mit Menschen mit Demenz in Kontakt zu treten und in Kontakt zu bleiben ist es ratsam so viele Sinne wie möglich anzusprechen. Einfach nur was vorlesen? Bedenken Sie, dass beim Zuhören die Konzentration schnell abnimmt - insbesondere bei Menschen, die kognitiv beeinträchtigt sind. Schon mal also versucht ihre Aktivierungsrunden sinnlicher zu gestalten? Wie wäre es, wenn aus der einfachen Kaffeerunde eine sinnliche Aktivierungseinheit wird? Was Sie brauchen? Eine alte Kaffeemühle, frische Kaffeebohnen und vielleicht noch eine kleine Geschichte (achten Sie darauf, dass diese demenzgerecht ist). Schön ist es auch wenn Sie altes Geschirr mitbringen oder Sammeltassen. 

Ablauf: 

  1. Begrüßung, eigene Vorstellung und Mitgebrachtes präsentieren. Den Teilnehmern Zeit geben sich mit dem Material zu beschäftigen, evt. bereits erste biographische Fragen stellen ("Hatten Sie auch so eine Kaffeemühle?")
  2. An den Bohnen riechen lassen und dann gemeinsam den Kaffee mahlen. Dies bietet zudem eine motorische Aktivierung. 
  3. Den Kaffee aufgießen. Lassen Sie sich von den "Experten" erklären, wie das Ganze geht - das steigert bei den demenziell veränderten Menschen das Selbstbewusstsein!
  4. Beim gemeinsamen Kaffeetrinken können Sie nur eine Geschichte oder ein Gedicht vortragen. Im Anschluss können Sie mit den Bewohnern ein Erinnerungsgespräch führen (Haben Sie gerne Kaffee getrunken? Was gab es zum Kaffee? Wer hat den Kaffee aufsetzen müssen? Konnten Sie wegen zu späten Kaffeegenuß nicht mehr schlafen?)


In die Unterwasserwelt abtauchen

Leider sind viele Pflegebedürftige -manchmal sogar über einen langen Zeitraum- immobil. Sie können die reizvolle Umwelt nicht mehr erleben. 

Schaffen Sie doch mal eine neue Atmosphäre im Zimmer des immobilen Bewohners... Grade wenn die Kommunikation eingeschränkt ist, der Blick tageintagaus auf die leere Wand gerichtet ist, kann mit einigen Mitteln was interessantes gezaubert werden. Ob Unterwasserwelt, ein Wald oder eine blumige Sommerwiese- der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Vielleicht haben Sie auch Kenntnisse zur Biographie und zaubern eine Umgebung, die an die individuellen Hobbys und Vorlieben angepasst ist. 

Wie Sie vorgehen? 

Überlegen Sie doch mal zunächst über welche Sinne der Betroffene erreichbar ist... Sind die Augen durchgehend geschlossen sind visuelle Reize nicht notwendig. Ist der Betroffene hörbeeinträchtigt, können Sie auf akustische Reize verzichten. 

Visuelle Reize können Sie über Lichtquellen, Projektoren oder Bilder schaffen. 

Eine CD mit Naturgeräuschen oder eine vorgelesene Geschichte kann das Bild unterstützen. 

Ein Aromadiffuser mit einem entsprechenden passenden ätherischen Öl kann das Sinneserlebnis abrunden. 

Beachten Sie allerdings: Wir gewöhnen uns schnell an neue Reize und schnell kann man sich sattsehen. Gerüche können auch negative Erinnerungen auslösen und Musik kann dauerhaft beschallt nerven - achten Sie also auf die nonverbalen Zeichen von Unwohlsein (im Zweifel und bei Anzeichen die Aktion abrechen) und berieseln Sie nicht über viele Stunden- eine halbe bis zu einer Stunde reicht!

Eine kreative DiY-Idee für die Seniorenarbeit

Beschäftigungsangebote rund um die Wäscheklammer sind eine gute Idee, weil die Wäscheklammer an sich direkt zum Pinzettengriff verleitet, der eine kleine Bewegungseinheit bedeutet. 

Auf dem Bild sehen Sie ein DIY Produkt von mir. In Anlehnung an die Montessoripädagogik verleitet eine solche Farbpalette schnell dazu, die Klammern richtig zuordnen zu wollen. 

Sinnvoll ist es die Klammern vorher abzunehmen und die Bewohner zu bitten, beim Sortieren zu helfen. 

Die Palette bietet die Möglichkeit die Schwierigkeitsstufen abhängig von der kognitiven Fähigkeit des Bewohners von einfach (ich nehme drei  bis fünf Klammern ab) bis schwierig (alle Klammern müssen zugeordnet werden). 

Außerdem kann gleichzeitig eine kleine kognitive Einheit rund um die Farben stattfinden- fragen Sie doch mal nach, was denn alles rot sei...

Eine Wäscheklammer erinnert die Hausfrau vielleicht ans Wäsche machen und eine kleine Erinnerungsrunde kann angeregt werden. 

Was Sie dafür brauchen? Ein Kreis aus fester Pappe oder Holz, Holzklammer und Acrylfarbe - fertig ist das DIY Wäscheklammerspiel. 

Ein altes Telefon wird zum interessanten Erkundungsobjekt...

Was kann man nicht alles mit einem alten Telefon so anstellen.... 

So ein Wählscheibentelefon hatten unsere Senioren über viele Jahre- es bedeutete in Verbindung zu bleiben. Ein Telefon war auch ein Statussymbol - nicht jeder hatte eins. Außerdem erinnert es vielleicht den ein oder anderen Bürohengst an seinen Beruf. 

Ein altes Wählscheibentelefon finden Sie in Secondhandläden oder auf dem Flohmarkt. 

Wenn Sie damit aktiveren wollen so bringen Sie es einfach mit in die Runde und stellen es auf dem Tisch. Mit ein paar einleitende Worten, wie "Ich hab da mal was mitgebracht!", eine initiale Berührung des Bewohners und die Ansprache mit Namen können Sie in die Aktivierung starten. 

Bei dieser Aktivierung können Sie dann beobachten, ob und wie sich die Senioren mit dem Telefon beschäftigen. Vielleicht nimmt jemand den Hörer an sich oder ein anderer bedient die Wählscheibe (was eine gute Bewegungsübung für die Finger ist).

Stellen Sie dann biographische Fragen wie: "Hatten Sie auch so eines?" oder "Welche Farbe hatte ihr Telefon". Sie können auch Fragen rund ums Telefonieren stellen, wie: "Hat ihre Frau stundenlang mit ihrer Freundin telefoniert!" 

Achtung: Sie sind kein Lehrer. Der Bewohner muss keine Leistung erbringen, er muss das Gerät nicht richtig benennen können oder Ihnen erklären können wie es funktioniert. 

 Ausnahme: Kognitiv Fitte Bewohner: Lassen Sie sich als technischer Laie von dem Bewohner die Funktionsweise eines alten Telefons erklären und sie werden sehen, wie gebauchpinselt er sich fühlt, weil er Ihnen noch was erklären kann. 

Im Übrigen: solche Aktivierungen lassen sich auch mit alten Kameras, Schreibmaschinen oder sonstigen alten Geräten durchführen. 


DIY -Nesteldecken

Haben Sie einmal überlegt, wie viel Sie täglich mit Ihren Händen machen? Das beginnt schon morgen mit dem Zähneputzen, Haare kämen und ankleiden... Ständig sind unsere Finger beschäftigt und sind kaum still zu kriegen - ob tippen, am Smartphone spielen oder mit der Fernbedienung zappen.

Haben Sie überlegt, wie viel Pflegebedürftige mit ihren Händen machen? Fast alles wird abgenommen - manchmal sogar das Essen, obwohl dies oft noch gehen würde- auch wenn es nicht so schön für andere aussieht oder nicht schnell genug passiert. 

Und wenn die Hände dann noch unruhig werden und der Betroffenen Servietten zerreißt oder an den Schrauben des Tischbeines schraubt, empfinden wir dies als Herausforderungen. 

In dem Fall ist es wichtig Alternativen anzubieten. Grade unsere Hände bestehen aus vielfältigen Sinnesrezeptoren, die uns Wärme und Kälte oder Oberflächenbeschaffenheiten erspüren lassen. Jedes Tasten und Erspüren bietet zahlreiche Reize, die direkt ins Gehirn geleitet werden. Damit bringen wir unser Hirn auf Touren und auch für Menschen mit Demenz können wir über das Tasten und Erfühlen - trotz weit fortgeschrittener Demenz - ein Trainingsprogramm bieten. 

 Dazu möchte ich Ihnen die Möglichkeit von Nesteldecken vorstellen: Nesteldecken können einfach - mit einigen grundlegenden Nähkenntnissen - selbst hergestellt werden. Gut ist es verschiedene Stoffe wie ein Quilt zusammenzunähen, so dass jeder Stoff andere Reize bietet. Außerdem können Sie die Decke mit verschiedenen Verschlüssen, Taschen oder anderen interessanten Fühlobjekten bestücken. 

Nesteldecken können sehr individuell nach den Interessen, Vorlieben und Bedürfnissen gestaltet werden. 

Aber Vorsicht: Manchmal sind die Hände so unruhig, dass die angenähten Objekte angemacht werden und in den Mund genommen werden. 

Nesteldecken sollten individuell eingesetzt werden, da das intensive befühlen (manchmal auch oral) nicht immer hygienisch ist. Sie sollten aus Stoffen und Einzelteilen bestehen, die bei hohen Temperaturen gereinigt werden  können. 

Ein Tipp: Oft möchten Angehörige für die Pflegebedürftigen etwas Gutes tun. Verweisen Sie auf das Erstellen solcher Nesteldecken. 

Kognitive Fähigkeiten- fördern und erhalten

Seit 2015 gibt es das "Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention". Eines der Ziele des Gesetztes ist es die kognitiven Fähigkeiten des Bewohners einer teil-/stationären Einrichtung zu fördern und zu erhalten. Somit ist der Arbeitsalltag einer Betreuungskraft umso anspruchsvoller, als dass es nicht nur ausschließlich um Beschäftigung geht, sondern um eine individuelle Förderung. 

Wie man langfristig kognitive Fähigkeiten erhält: Mit regelmäßigen (5-7 Mal die Woche) Übungen mit metalen Aufgaben, die weder über- noch unterfordern und den Betroffenen ein Erfolgsgefühl vermitteln. 

Diese Aufgaben können im Alltagsgeschehen eingebaut werden und sollte sich zeitlich auch an den Fähigkeiten (Konzentration) des Betroffenen richten. 

Ideen rund um kognitive Aufgaben: 

  • Kopfrechnen (z.B. mit zwei Würfel würfeln und die Augenzahlen abhängig von individuellen Fähigkeiten addieren oder multiplizieren; hierbei sind große Schaumstoffwürfel gut geeignet)
  • Rechnen und die Alltagsfitness trainieren: mit Prospekten arbeiten und z.B. Einkaufszettel schreiben und Summen addieren, einen fiktiven Gutschein ausgeben, ein Bad sanieren und die nötigen Materialien im Baumarktprospekt aussuchen, nach Waren von A-Z suchen)
  • Wörter bilden, legen und finden (z.B. A-Z Wortsuchspiele, alles was grün/rot/blau ist; alles was weich/rund ist; was wir im Wald sehen; Wörter die mit "Frühling" anfangen; Städte mit "B" etc.)
  • Koordinationsspiele (Materialien aus der Montessoripädagogik)
  • Merken und Erinnern (z.B. Gegenstände anschauen und unter einem Tuch verschwinden lassen; Memory etc.)

Das Kognitionstraining kann erleichtert werden, indem wir mit visuellen, akustischen oder taktilen Reizen unterstützen. So kann es bei einer Partie "Stadt-Land-Fluss" die Konzentration fördern, wenn Buchstaben auf dem Tisch platziert werden oder das Spiel auf einer Tafel aufgeschrieben wird. Sie machen ein Kognitionstraining rund um Farben? - nehmen Sie bunte Tücher dazu und präsentieren Sie z.B. das blaue Tuch, wenn Wörter, die blau sind, gesucht werden. 

Aufgaben, die sich nicht eigenen, um kognitives Training zu machen sind u.a. das beliebte Ergänzen von Sprichwörtern. Warum sich dies nicht für ein Kognitionstraining eignet? 

Nun, Sprichwörter sind so im Langzeitgedächntis verankert, dass selbst bei fortgeschrittener demenzieller Veränderung die Abfrage von Sprichwörtern keine kognitive Herausforderung ist.

Nutzen Sie Sprichwörter als Einleitung oder als Abschluss im Training. Grade, wenn das Kognitionstraining nicht so erfolgreich verlaufen ist, können Sie mit den Sprichwörtern ein gutes Gefühl bei Ihrem Gegenüber zaubern. 



Akustisch Aktivieren

Ein typisches Szenario in der Senioreneinrichtung: ein Kleingruppenangebot steht an und die Gruppe besteht aus verschiedenen Bewohnern mit unterschiedlichen Einschränkungen und Fähigkeiten: Frau Schneider hört schlecht und Herr Müller sieht nichts.  Zusätzlich kommen meist demenzielle Veränderungen hinzu. Wie können Sie nun diesen Menschen individuell gerecht werden, trotzdem ein Gemeinschaftsgefühl sowie Erfolgserlebnisse vermitteln?

Menschen mit Demenz erreichen Sie gut über intakte Sinne. Ein Gruppenangebot, welches mehrere Sinne anspricht ist sowohl für sinneseingeschränkte Bewohner geeignet als auch für Menschen mit Demenz. Je mehr Sinne angesprochen werden, desto eher erreichen Sie den einzelnen. 

  • Setzen Sie visuelle Reize durch Fotos und Bilder. 
  • Setzen Sie taktile Reize durch Gegenstände, die die Bewohner berühren dürfen.
  • Setzen Sie akustische Reize durch den Einsatz von Musik oder Geräuschen. 

Zu den akustischen Reizen hier ein guter Tipp: 

Auf der Internetseite salamisound.de finden Sie Geräusche und Sounds zum Download oder direkt abspielen. Ob Tier oder Naturgeräusche die Seite bietet eine Menge Geräusche zum Raten. Eine gute Möglichkeit um Männer einzubinden: lassen Sie verschiedene Autos am Motorensound erkennen. 

Sie können natürlich auch eine Geschichte vorlesen und diese durch den Einsatz von Geräuschen lebendiger gestalten. 


Merken Sie sich: Sie sind kein Lehrer und ein Gedächtnistraining sollte keine Abfragestunde sein. Sie sollten weder werten ("Das ist doch nicht so schwer..") noch auf die Defizite hinweisen ("Gestern wussten Sie das doch noch..."). Nutzen Sie solche Runden als Anlass ins Gespräch zu kommen, setzen Sie mit den Reizen Impulse und verkaufen Sie das Gedächtnistraining als Raterunde- beim Raten darf man ja auch schließlich mal daneben liegen. 

Erntedank

Das Erntedankfest läutet den Oktober ein und ist ein willkommener Anlass "Danke" zu sagen. 

Das Erntedankfest kann in der Langzeitpflegeeinrichtung als Anlass genommen werden, um mit Senioren in Kontakt zu kommen, zu aktivieren oder sogar gemeinsam zu feiern. 

Einige Ideen rund um das Erntedankfest: 

  • Erstellen Sie gemeinsam mit den Senioren eine Dekoration zum Erntedankfest. Ob als Altarschmuck in der Kapelle oder als Dekoration im Flur. Dies ist ein guter Blickfang, ein neuer sensorischer Input und dient zur zeitlichen Orientierung. Solche Dekorationsecken können zu einem gemeinsamen Spaziergang motivieren oder Anlass für ein Gespräch bieten. 
  • Organisieren Sie (evt. gemeinsam mit Kirchengemeinde oder den Seelsorger) eine Andacht/ ein Gottesdienst zum Erntedankfest.  
  • Ein Gebetskreis rund um das Thema "Danke" bietet alternativ zum Gottesdienst die Möglichkeit der spirituellen Begleitung. Auch hier können Obst und Gemüse, Weizen, Mais oder Kürbisse in der Tischmitte dekoriert werden und unterstützen den Gebetskreis optisch. 
  • Bereiten Sie eine Aktivierungsrunde zum Thema "Erntedank" vor. Auch hier können Gegenstände, Obst, Gemüse etc. die Aktivierungsrunde optisch unterstützen. Ein Quiz, eine Kurzgeschichte oder ein Lied runden eine Aktivierungsrunde ab. 

Was man nach dem Erntedankfest mit der Deko macht? 

Mein Tipp: Zunächst können sich die Senioren bedienen. Trauben, Äpfel und Birnen sind in der Regel schnell vergriffen. Dekorieren Sie dann nach und nach ab und bereiten Sie mit den Bewohnern z.B. aus dem Gemüse Suppen zu. Ob Kartoffel-, Kürbis- oder Lauchsuppe - die Dekoration ist gut weiter zu verarbeiten. 



Aktiv durch den Oktober

Im Oktober gibt es ein einiges an Feiertagen und Thementagen, die den Rahmen für schöne Aktivierungsrunden für Menschen mit Demenz und Senioren bieten. 

Thementage: 

1. Oktober - Internationaler Tag des Kaffes

8. Oktober - Weltzugvogeltag

10. Oktober - Tag der Handtasche

13. Oktober - Tag des Gedächtnistrainings

15. Oktober - Tag des Schornsteinfegers

15. Oktober - Tag der Pilze

26. Oktober- Tag des Kürbisses


Feiertage: 

3. Oktober - Tag der deutschen Einheit

31. Oktober - Reformationstag


Feste im Oktober: 

Oktoberfest

Halloween

Rund um den Apfel

Herbstzeit ist Apfelzeit. Äpfel bieten sich als großartiges Thema an, um jahreszeitlich zu aktivieren und zu orientieren. Rund um den Apfel - damit können Sie sogar eine ganze Mottowoche füllen. Hier einige Anregungen und Ideen: 

Naheliegend sind Koch- und Backrunden. Grade wenn viele Bewohner etwas aktiv tuen wollen, bietet sich der Apfel an: er will geschält und gewürfelt werden. Das fördert die Motorik. Ob Apfelpfannkuchen, Apfelkuchen, Apfelmus oder ein Apfelcrumble - die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt. Auch das Einkochen einer leckeren Apfel-Zimt-Marmelade für den Winter ist möglich. 

Auch Bewegungsrunden können rund um das Thema "Äpfel" gestaltet werden. So können Sie eine Bewegungsgeschichte durchführen, indem Sie die Teilnehmer gedanklich durch einen Obstgarten führen, bei dem die Äpfel sowohl vom Boden als auch vom höchsten Baum gepflückt werden müssen. 

Ein Gebetskreis rund um den Apfel? Kein Problem: lesen Sie doch die Geschichte von Adam und Eva vor. Breiten Sie dazu auf dem Tisch Darstellungen von Adam und Eva und Äpfel aus. 

Eine Märchenrunde rund um den Apfel? Wie wäre es mit Schneewittchen. Hier eigenen sich kleine Gartenzwerge, ein Spiegel und selbstverständlich Äpfel als Anschauungsmaterial. Lassen Sie am Ende des Märchens vom Apfel kosten. Na, wer traut sich noch?

Den Herbst vorbeibringen

Bunte Blätter, Kastanien und Co sind kostenlose Aktivierungsmaterialien. Mit einer Fühlkiste ausgestattet können Sie so den Herbst zum Pflegebedürftigen bringen, jahreszeitlich orientieren und Erinnerungen anregen. Das Greifen, Tasten und Erfühlen fördert zudem den Tastsinn und die Motorik. 

Eine kleine Gedächtnistrainingseinheit?

  • Lassen Sie die Blätter nach Farben oder Größe sortieren. 
  • Welches Blatt fiel von welchem Baum?

Mit Naturmaterialien lassen sich auch schöne Mobiles für immobile Bewohner herstellen oder kreative Bastelrunden ins Leben rufen.  

Ein Tipp: Schenken Sie den Bewohner ein Blatt. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft!


Bunt sind schon die Wälder- Beschäftigung im Herbst

Der Herbst bietet eine Menge Stoff, um Senioren und Menschen mit Demenz jahreszeitlich zu orientieren und aktivieren. Hier einige Themen und Ideen aus der Praxis:

Jahreszeitlich dekorieren: Machen Sie kleine Herbststationen in der Einrichtung, die zum Staunen und Erkunden animieren: Eine herbstlich dekorierte Bank im Eingangsbereich, eine Ecke auf dem Wohnbereich, vielleicht auch eine Wand, die herbstlich dekoriert wird. Auch wenn das Wetter schlechter wird, können Sie mit solchen dekorierten Ecken zu einen kleinen Indoorspaziergang motivieren. 

Versetzten Sie sich in die Lage der Bewohner, die tagein, tagaus im Aufenthaltsraum sitzen oder im Bett liegen. Schaffen Sie mit einer Dekoration neue Blickfänge- ob eine neue Tischdeko oder ein herbstliches Mobile für immobile Bewohner - der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Bei immobilen Bewohner bietet es sich an, herbstliche Bilder (z.B. aus Kalendern) anzubringen. 

Herbstaktivierung mit Naturmaterialien: ob Kastanien, Eicheln, Buchecken oder Herbstlaub - bei Ihrem täglichen Weg zur Arbeit können Sie so manches Beschäftigungsmaterial kostenlos sammeln und damit aktivieren. 

Backen und Kochen im Herbst: In Kochgruppen können Sie herbstlich über den Geruchs- und Geschmackssinn aktivieren: Apfel- oder Pflaumenkuchen, Apfelmus oder herzhafte Kartoffel- oder Kürbissuppe verbreiten auf dem ganzen Wohnbereich einen herbstlich leckeren Duft. 

Feiern im Herbst: ein zünftiges Oktoberfest mit Brezeln und Bier oder doch lieber ein Weinfest mit Federweiser und Zwiebelkuchen? Auch ein kleines Erntedankfest bietet Stoff für eine Feier. Im November ist St. Martin nicht zu vergessen. 


Die Sinne berühren

Wie treten Sie mit Bewohnern in Kontakt, die Sinneseingeschränkt sind? Nehmen wir an, der Bewohner ist blind...Oder taub... oder beides? Vielleicht ist der Mensch, den Sie betreuen müssen, ein Wachkomapatient? 

Solche Bewohner sind häufig eine Herausforderung für Betreuungskräfte. Wie kann ich trotz Einschränkungen betreuen?

  1. Machen Sie sich klar welche Sinne beim Bewohner eingeschränkt sind.
  2. Welche Sinne sind noch intakt? Sehen? Hören? Riechen? Schmecken? Fühlen
  3. Machen Sie ein Angebot, das gezielt die vorhandenen Sinne anspricht.

Einschränkungen im Hören: 

  • Visuelle Anregungen bieten: Projektorlampen, Digitale Bilderrahmen, Mobile, wechselnde Kunstdrucke oder Kalenderfotos (hier ist Biographiearbeit gefragt: Was mag der Bewohner gerne? Gibt es vielleicht die Möglichkeit Bilder aus der Heimat zu besorgen?)
  • mit Aromen und Düften arbeiten (Aber Achtung: Düfte können Erinnerungen auslösen- auch negative)
  • Den Geschmacksinn anregen: z.B. mit verschiedenen Getränken, Obst etc. (Auch der Geschmacksinn lässt in der Regel im Alter nach, aber süße Speisen werden noch gut unterschieden und geschmeckt)

Der Sehsinn ist eingeschränkt oder der Bewohner/ die Bewohnerin zieht sich zurück und die Augen sind geschlossen: 

  • akustische Reize setzen: Lieblingsmusik, Entspannungsmusik, Hörbücher (auch hier gilt: was sagt die Biographie?)
  • mit Aromen und Düften arbeiten
  • Sie können auch beide Sinne ansprechen: Lesen Sie eine Geschichte vor und benutzen Sie den passenden Duft (z.B. eine Geschichte zum Thema "Wald" und einen Kieferduft im Aromadiffuser)

Wenn weder der Hör- noch der Sehsinn vorhanden sind:

  • Der Bewohner nimmt Gerüche wahr: Arbeiten Sie mit Aromen/ Düften
  • Berühren Sie den Menschen: Streicheleinheiten, kleine Handmassagen oder ähnliches tuen gut 
  • Hier ist ebenfalls Vorsicht geboten: Der Betroffene kann kaum seine Umwelt wahrnehmen und jede Berührung kann ihm/sie erschrecken. 

Im Übrigen finden Sie im Netz und im Handel Bücher mit Sinnesgeschichten und Sinnesanregungen für Senioren!

Werden Sie kreativ und treten Sie über die Sinne in Kontakt. 


Angebote für Männer

Oft kommen Männer in Langzeitpflegeeinrichtungen einfach zu kurz. Warum? Weil Männer im Alter in der Unterzahl sind und das System sehr frauenlastig ist. Ob Wohnbereichsküche, Kochen oder Basteln - alles ist auf die Bedürfnisse von Frauen angelegt.

Wie kann ich das Interesse von Männern wecken und gezielt mit Materialien Bewegungstraining und/oder kognitives Training anregen? Nun versuchen Sie es frei nach Montessorie mal mit einem Schraubbrett. Mit ein wenig handwerklichen Geschick sind Gewinde, Mutter und Schraube bereit zum ein- und wieder ausdrehen.

Ähnliches gibt es für Kinder zu kaufen. Aber auch schon das Sortieren von Schrauben und Muttern, eine Werkzeugkiste, Autozubehör oder Bürobedarf - je nach Biographie lässt sich schnell eine kleine Männerkiste mit Alltagsmaterialien zaubern und ist jederzeit ohne große Vorbereitung einsatzbereit. 


Über die Sinne in Kontakt treten

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem großen Saal und der Dozent liest ihnen eine Stunde etwas vor? In der Regel empfinden Sie die Situation als äußerst langweilig und nach einiger Zeit schalten sie ab.

Bei Menschen mit Demenz ist es ähnlich. Gedächtnistraining, in dem Sie Rätselfragen, Sprichwörter oder ähnliches vorlesen, erreicht letztendlich ausschließlich fitte Bewohner.

Wenn wir den Menschen mit Demenz ausschließlich über das Hören aktivieren, so nimmt dieser 20% von dem wahr, was wir sagen.

Fügen Sie ein Bild hinzu, so können wir die Aufmerksamkeit auf 50% erhöhen.

Dies ist so, als ob der Dozent, den Sie vorne sehen, etwas an die Tafel malt. Auch die Konzentration und die Aufmerksamkeit können wir dadurch steigern. Auch wenn unsere Gedanken abschweifen, so kommen wir mit den Augen auf das Bild zurück und sind wieder beim Thema.

Auf diese Weise können Sie Menschen mit Demenz während des Gedächtnistrainings unterstützen. Beispiele: bei ABC Suchübungen die Buchstaben an eine Tafel schreiben oder bei Farbübungen ein buntes Tuch mitbringen.

Der Dozent holt plötzlich etwas aus seiner Tasche und lässt den Gegenstand rumgehen. Alle sind wach und sind interessiert, was der Dozent mitgebracht hat.

Bringen Sie etwas mit, was die Bewohner befühlen dürfen, was in die Hand genommen werden kann und womit evt. noch ein kleines Bewegungstraining hinzukommt und wir steigern die Aufmerksamkeit auf weitere 80%.

Jetzt bittet der Dozent, dass Sie selbst aktiv werden und hat eine Aufgabe für Sie vorbereitet. Jetzt sind Sie 100% wach und müssen aktiv werden.

So ähnlich ist es bei Menschen mit Demenz auch. Gestalten Sie also ihre Aktivierungsrunden aktiv und mit allen Sinnen.

Auf dem Foto sehen Sie übrigens eine Aktivierung zum Thema "Lüneburger Heide": Mitbringsel aus dem Urlaub (Naturmaterialien) kosten nichts und können zum Erinnern anregen. Der Bewohner kann alles sehen, fühlen und berühren evt. haftet sogar noch ein Geruch an den Blumen oder Kräutern. Vielleicht ist es sogar möglich, dass der Bewohner die Mitbringsel anrichtet oder zählt uns so selbst aktiv werden kann. 


Gebetskreise für Menschen mit Demenz

Viele Menschen suchen - grade im Alter und Krankheit - Trost im Glauben.

Auch wenn die Abläufe eines Gottesdienstes für viele Menschen ritualisiert sind (gleiche Gebete, Lieder etc.) ist die Dauer eines durchschnittlichen Gottesdienstes meist für Menschen mit Demenz zu lang oder sie können grade in der Predigt den Priester nicht mehr folgen. Alternativ können Gottesdienste für Menschen mit Demenz erfolgen.

Alternativ können Sie als Betreuungskraft kleine Gebetsrunden für Menschen mit Demenz durchführen. Wie das geht? Hier einige Tipps:

  • Bereiten Sie sich ein Gebetskreis mit einem jahreszeitlichen Thema vor und suchen Sie sich vorab passende Bibelstellen, Fürbitten und Lieder aus.

  • Setzen Sie die Bewohner an einem Tisch und dekorieren Sie diese mit einer Tischdecke, einem Kreuz, einer LED Kerze. Vielleicht gibt es jahreszeitlich bedingt Symbole, die Sie mitbringen können (z.B. ein Brot zu Erntedank, ein Adventskranz etc.)

  • Starten Sie mit einem gemeinsamen Lied, was allen gut bekannt ist (ganz beliebt der Klassiker: "Großer Gott wir loben dich"); Kirchenlieder gibt es auf CD - falls Sie Unterstützung brauchen

  • Vielleicht können Sie dann mit den Bewohnern in Kontakt treten und sie fragen, wofür sie heute beten möchten.

  • Ein gemeinsames, allen bekanntes Gebet kann dann folgen (z.B. das Vater unser oder das Glaubensbekenntnis)

  • Lesen Sie dann eine Bibelstelle vor (hier gibt es extra für Menschen mit Demenz Bücher mit Bibeltexten, die einfacher geschrieben sind im Handel zu erwerben)

  • Sprechen Sie dann mit den Bewohnern über den Bibeltext (die oben erwähnten Bücher haben im Anschluss an den Bibeltext auch einen Frageteil).

  • Sprechen Sie gemeinsame Fürbitten; die Teilnehmer können dann gemeinsam mit einem vorher bestimmten Vers auf die Fürbitten antworten.

  • Singen Sie zum Abschluss noch ein gemeinsames Kirchenlied

PS: Verwenden Sie LED Kerzen! Kein offenes Feuer in Pflegeeinrichtungen!

Reiseerinnerungen wecken

Unsere Aktivierungsangebote müssen an die jeweilige Generation von Pflegeheimbewohnern permanent angepasst werden. Was vor zehn oder fünfzehn Jahren noch gut ankam, ist bei dem jüngeren Pflegebedürftigen heute vielleicht nicht mehr interessant, entspricht sogar nicht seinen Interessen und den seiner Generation. Das beginnt bei der Musikauswahl (Volksmusik oder Schlager der 40er und 50er Jahre oder der Rock`n`Roll der 60er?) und zieht sich durch die gesamte Aktivierung in der Beschäftigung.

Während es für die Dame Jahrgang 1935 interessant ist, in der Kiste mit den alten Küchengeräten zu wühlen, ist dieses Thema für den pflegebedürftigen Herren Jahrgang 1960 total uninteressant.

Ein Thema der neuen Generation sind Reisen. Während die älteren Generationen Reisen nur innerhalb Deutschlands unternommen haben (wenn überhaupt), ging es ab 1950er ins Ausland- vorzugsweise ans Meer, wie nach Italien oder Spanien. Immer öfters habe ich es mit sehr reiselustigen Bewohnern zu tun, die gerne von ihren weiten Reisen erzählen. Da geht es schon mal nach Brasilien, den USA oder Australien. Warum also nicht einmal Reiseerinnerungen wecken?

Grade im Sommer eine gute Zeit in Reiseerinnerungen zu schwelgen...

Wie man Erinnerungen weckt? Wir sprechen die Sinne an:

...über die Ohren: Musik aus fernen Ländern

...über den Geschmack: Tiramisu aus Italien, eine Pizza oder doch eher ein paar Oliven?

...über den Tastsinn und über visuelle Reize mit Souvenirs.

Grade Gegenstände können berührt werden, begutachtet werden und wecken sofort Assoziationen. Sie können dazu beitragen die Wortfindung zu trainieren und sie bieten eine Abwechselung vom Alltag.

Sehen Sie sich zuhause um, fragen Sie Freunde, Verwandte, Nachbarn und Kollegen - jeder hat kleine Mitbringsel, die -seien wir mal ehrlich - Staubfänger sind...


Vorlesen - aber richtig

Vorlesen - das macht fast jeder in der Seniorenarbeit. Aber so einfach ist richtiges Vorlesen gar nicht. Wenn wir an uns selbst denken fällt es uns sehr schwer sich zu konzentrieren, wenn nur ein Sinneskanal - unsere Ohren - angesprochen werden. Wenn noch eine demenzielle Veränderung dazukommt, ist das mit dem Zuhören noch schwerer.

Tipps fürs gute Vorlesen:

  • Halten Sie Blickkontakt und vertiefen Sie sich nicht in das Buch

  • Schaffen Sie eine ruhige Atmosphäre und reduzieren Sie Lärmquellen

  • Optimal sind Kleingruppen oder das Vorlesen in die Einzelbetreuung verlegen

  • Wählen Sie Texte, die für Menschen mit Demenz geeignet sind (z.B. Märchen und Geschichten aus der Kindheit oder speziell für Menschen mit Demenz geschriebene Texte, die z.B. Orientierung durch einen jahreszeitlichen Bezug geben)

  • Nutzen Sie den visuellen und den Tastsinn und bringen Sie Objekte mit, die zum Thema der Geschichte passen und lassen Sie diese berühren. Bauen Sie diese Objekte in der Mitte des Tisches auf.

  • Gibt es passend zu der Geschichte auch die Möglichkeit den olfaktorischen und gustatorischen Sinn anzuregen? Ein paar Ideen: Schneewittchen vorlesen und einen Apfel kosten lassen; Hänsel und Gretel mit Lebkuchen lebendig werden lassen...

  • Für die gängigen Märchen gibt es auch passende Lieder - die meisten Senioren kennen diese auch. Wenn Sie selbst nicht singen, dann gibt es diese auch auf CD

  • Laden Sie die demenziell veränderten Menschen dazu ein, aus der eigenen Biographie zu erzählen

  • Wenn Sie das Vorlesen oder ihre Märchenstunde richtig zelebrieren wollen: Werfen Sie sich in Schale z.B. in ein Mittelalterliches Kostüm

  • Um den Menschen mit Demenz nicht zu überfordern, sollte ihre Aktivierung kurz sein - in einer Kleingruppe nicht länger als 30 Minuten. Merke: In der Kürze liegt die Würze

  • im Übrigen: im Handel gibt es tolle Märchenaktivierungen für Menschen mit Demenz, die viele Anregungen bieten


An heißen Tagen leckere Getränke servieren

Alte Menschen haben weniger Durstgefühle, haben Angst zu oft auf Toilette gehen zu müssen (immerhin bedeutet das Hilfe einzufordern oder ist mit körperlicher Anstrengung verbunden) oder vergessen schlichtweg zu trinken. Dehydration droht.

Als Betreuungskraft ist das eigentlich das Problem der Pflegekraft? Mag sein, aber wir können unterstützen.

Bieten Sie Getränke an, die nicht zum Standardrepertoi gehören. Vielleicht können Sie diese mit den Bewohnern gemeinsam vorbereiten.

Einige Ideen aus der Praxis:

  • Eistee selbst machen

  • Eiscafe und Eisschokolade

  • eine kreative Saftbar mit verschiedenen Säften (die Bewohner können wählen, welche sie mischen wollen)

  • alkoholfreie Bowlen

  • Milchshakes

Ein Tipp:

Dekorieren Sie einen Servicewagen. Richten Sie diesen mit ihren Getränken und Gläsern an. So können Sie von Zimmer zu Zimmer effektiv und schnell jeden Bewohner erreichen. Je schöner der Wagen und die Getränke angerichtet und präsentiert werden, desto mehr Wertschätzung bringen Sie dem Bewohner entgegen... Und das spürt auch der Bewohner. 


Einen Kräutergarten anlegen

Was Sie benötigen:

  • Verschiedene Kräuter - Petersilie, Dill, Rosmarin, Minze, Zitronenmelisse, Basilikum

  • Erde und Blumenkästen (Schön sind Hochbeete oder stapelbare Hochbeete - die Bewohner müssen sich nicht bücken)

Ablauf:

  • Kräuter über den Duft erraten lassen

  • Biographische Fragen ("Was mögen Sie besonders gerne?"; "Haben Sie früher auch Kräuter angepflanzt?")

  • Motorik fördern: Gemeinsam die Kräuter pflanzen

  • Vergessen Sie beim Abschluss nie sich bei den Bewohnern zu bedanken

Weitere Ideen:

  • Den Kräutergarten gemeinsam gießen: Übertragen Sie Verantwortung auf die Bewohner - das stärkt das Selbstwertgefühl

  • Kräuter für gemeinsame Kochgruppen nutzen: Kräuterquark, Kräuterbutter, Eistee (Minze) etc.


Ein Koffer voller Erinnerungen

Ständig spricht man von Biographiearbeit und wie wichtig diese doch für den Menschen mit Demenz sei... Wieso eigentlich?

Nun mit der Biographiearbeit bauen wir eine Beziehung zum Menschen mit Demenz auf. Auch wenn Sie eine neue Partnerschaft eingehen - wichtig ist das gemeinsame Kennenlernen und das besteht in der Regel aus dem Teilen der jeweiligen Erfahrungen, Erlebnissen und Kenntnissen - also pure Biographiearbeit.

Kennen Sie die Biographie des Bewohners (Daten zu Familie, Beruf, wichtigen Lebensereignissen, Wohnorte, kulturelle Prägung, Vorlieben und Hobbys) , können Sie den Bewohner als einzigartiges Wesen wahrnehmen, sie verstehen sein Verhalten besser und können Angebote individueller anpassen und gestalten. Um es kurz zu sagen: Sie fördernd damit das Wohlbefinden des Bewohners.

Manchmal ist es schwierig an die biographischen Daten zu kommen - grade dann wenn die Demenz schon weiter fortgeschritten ist und keine Angehörigen vorhanden sind, die die Biographie des Bewohners mit uns teilen können. Was können wir dann tun?

Eine sehr einfache Methode ist es mit Gegenständen die Erinnerungen anzuregen. Da das Gehirn des demenziell veränderten Menschen angegriffen ist, können wir Erinnerungen hervorholen, wenn wir möglichst viele Sinne einsetzen. Mit einem Erinnerungskoffer- wie auf dem Foto abgebildet - können Sie mehrere Sinneskanäle beim Menschen mit Demenz anregen und gleichzeitig haben Sie eine schnelle und einfache Betreuungsmöglichkeit geschaffen. Sie können den Koffer für eine Aktivierungsrunde komplett mitnehmen und beobachten auf welche Gegenständen das Interesse des Betroffen gelenkt wird, oder Sie benutzen bestimmte Gegenstände gezielt (z.B. eine Schreibmaschine wenn bekannt ist, dass der/ die Betroffene im Büro tätig war).

Ob eine Schreibmaschine, ein altes Telefon oder eine alte Kamera - die Gegenstände lösen Erinnerungen aus, sie animieren zu kleinen Bewegungen (z.B. Wählscheibe eines Telefons benutzen) und der Betroffene wird zum Experten, indem er uns jungen Hühnern erklären kann, wie das Gerät funktioniert.

Dokumentieren Sie die Erkenntnisse aus der Biographiearbeit gut und bauen Sie Ihre weitere Betreuungsarbeit auf den Erkenntnissen auf. 


Aktivieren mit Schlüsseln - auch was für Männer

Betreuungsmaterial muss nicht viel kosten und mit ein wenig Kreativität gelingen Ihnen tolle Aktivierungsmöglichkeiten.

Ein Beispiel: Memoryspiel mit Schlüsseln

Was Sie dafür benötigen?

  • Dekoschlüssel (z.B. für Hochzeitsdekorationen) sind günstig im Handel zu erwerben. Bei diesen Schlüsseln sind die Unterschiede deutlicher als wenn Sie alte Hausschlüssel nutzen.

  • einen Kopierer

  • Laminierfolie und Laminiergerät

Kopieren Sie die Schlüssel in Orginalgrösse ab. Schneiden Sie die Kopien zurecht und laminieren Sie diese. Dann kann es losgehen. Die Senioren können nun die richtigen Schlüssel zu der Kopie zuordnen.

Dieses Spiel fördert

  • die Konzentration

  • die taktile und visuelle Wahrnehmung

  • die Handkoordination

Nutzen Sie das Spiel, um ins Gespräch zu kommen!

Hier einige Impulsfragen:

  • Haben Sie schon mal einen Schlüssel verloren oder gesucht?

  • Wofür brauchten Sie einen Schlüssel? (Auto, Wohnung, Keller...?)

  • Mussten Sie schon mal den Schlüsseldienst rufen?

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